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Wissenswertes über Stevia


Stevia, die Alte Neue Süße

 

 

Stevia rebaudiana Bertoni, kurz Stevia genannt ist eine subtropische Pflanze, die zur Familie der Sonnenblumen gehört. Beheimatet ist die blattreiche Pflanze vor allem in Paraguay und den Nachbarländern Argentinien und Brasilien. Sie wächst als Staude im Gebiet der Amambai-Bergkette im paraguayisch-brasilianischen Grenzgebiet. Die stark süßende Wirkung ist den Ureinwohnern seit Jahrhunderten bekannt. Die Guarani-Indianer nennen es ka’a he’e (Süßkraut).  Steviablätter werden traditionell seit über 500 Jahren von der indigenen Bevölkerung Paraguays und Brasiliens bei der Zubereitung von Speisen, Getränken und als Heilpflanze verwendet. Die Blätter der Stevia können ausserdem pur gegessen werden und entwickeln beim Kauen einen angenehmen und intensiven süßen Geschmack.  Indem man die Pflanzenblätter wie Tee brüht und einen Aufguss zubereitet lösen sich die süßen Komponenten der Pflanze – Steviolglykoside – aus der Pflanze. Steviolglykoside haben eine 200 bis 300mal stärkere Süßkraft als Zucker. Dabei hat Stevia und die Steviolglycoside keine Kohlenhydrate, sind praktisch kalorienfrei, haben keinen Einfluß auf den Blutzuckerspiegel und erzeugen kein Karies, sondern wirken antibakteriell um Karies vorzubeugen.

In Studien wurde außerdem belegt, dass Stevia eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat. Es fördert den Stoffwechsel und wirkt bei Hautproblemen. Auch heute gibt es in Paraguay und Brasilien zahlreiche Stevia Produkte gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Leiden.

Es gibt aber auch Stimmen, die Stevia ablehnen. Zum einen wird der Geschmack oft als lakritzig oder gar bitter empfunden. Oder, Stevia wäre empfängnisverhütend (siehe hierzu: Does Stevia Cause Infertility? By Hethir Rodriguez C.H., C.M.T.) oder unter http://www.thepaleomom.com/2013/03/teaser-excerpt-from-the-paleo-approach-the-trouble-with-stevia.html. Sarah Ballantyne hat verschiedene Studien zusammengetragen und kommt zu dem Schluss, Stevia nicht zu verwenden. Laut der von Ihr aufgeführten Studien hat es einen senkenden Einfluß auf unterschiedliche Hormone, so eben auch Östrogen und Testosteron. Mazzei Planas G and Kuć J. Contraceptive properties of Stevia rebaudiana. Science. 1968 Nov 29;162(3857):1007.

Allerdings: Nach Erkenntnissen aus neuen Studien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vom 14. April 2010 wurde bewiesen, dass Stevia weder genotoxisch noch krebserregend ist und auch keine negativen Auswirkung auf die Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsorgane des Menschen hat.(1)

Eine Studie im Jahr 2006 berichtete von Untersuchungen mit Stevia-Extrakten an Tieren und Menschen und schlussfolgerte, dass Steviosid und Rebaudiosid A (Steviolglycoside) nicht genotoxisch sind, weder in vitro noch in vivo, und dass die Genotoxizität von Steviol und einigen seiner Derivate, die sich in vitro zeigen, in vivo nicht auftreten. Die Studie fand auch keinen Nachweis einer krebserzeugenden Wirkung. Auch wurde auf den möglichen positiven gesundheitlichen Nutzen hingewiesen, den Stevioside bei Patienten mit Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes haben können, allerdings wären weitere Studien erforderlich, um die genaue Dosierung zu erforschen. (2)

Getrocknete Stevia-Blätter waren eines der ersten Produkte, für die 1997 ein Zulassungsantrag nach der damals neuen Novel Food-Verordnung eingereicht wurde.

Im November 2011 wurden Extrakte aus Stevia als Zusatzstoff (Süßstoff) erlaubt, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Sicherheit der Stevia-Extrakte bewertet hatte. Ihr Verzehr gilt als gesundheitlich unbedenklich, wenn eine tägliche Aufnahmemenge (ADIADI) von 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten wird. – Eine Menge von 4 mg/kg Körpergewicht würde bei einem Mann mit 80kg  einer täglichen Verzehrmenge von fast 7 Tafeln Schokolade bedeuten. Ich glaube, da wird nicht der Verzehr von Stevia zum ProblemJ In den USA sind Stevia-Süßstoffe seit 2008 zugelassen. Die FDA hat 2012 Steviolglycosid Reb A den GRAS-Status (Generally Recognized As Safe) erteilt http://www.accessdata.fda.gov/scripts /fcn/gras_notices/grn000282.pdf .

 Steviolglycoside (Süßstoff E 960) werden aus den Blättern des Stevia-Strauches extrahiert. Den Blättern wird Wasser entzogen, anschließend werden die Süßstoffe gereinigt und gefiltert. Man gießt hierzu die Blätter mit Wasser auf und mischt Salze unter . Dabei fallen - der Schritt heisst darum auch Fällung- alle die Stoffe als Flocken nach unten, die man nicht will. Durch Abpressen werden nun die Flocken von der Flüssigkeit getrennt. Man hat eine klare Flüssigkeit mit Steviolglycosiden. In guten Anlagen nimmt man hierzu wie auch bei der Wasseraufbereitung Calciumhydroxid, also Kalk oder Aluminiumsulfat. Nun muss, wie beim Trinkwasser auch,  im nächsten Schritt das Salz entfernt werden. Dazu nimmt man in beiden Fällen Ionenaustauscher. Zur Extraktion: in der Vergangenheit konnte man in der Literatur (Barbara Simonsohn, eine Befürworterin) und zur Bewerbung lesen, üblich hergestellte Steviol Glycoside würden chemisch gebleicht, der weissen Farbe wegen. Das ist nicht richtig. Wenn Sie sich bei der Fällung bereits Zeit nehmen und diese ordentlich durchführen, bekommen Sie eine fast transparente Lösung, aus der Sie nach dem Eindampfen beige Steviolglycoside erhalten. Je öfter Sie Aufreinigungsschritte durchführen, desto reiner wird der Süßstoff und je mehr verliert er zwangsläufig auch an Farbe.

Adsorberharze (immer wieder zu lesen) sind vereinfacht gesagt, nichts weiter als Ionenaustauscher. Es ist ein ähnliches Kunststoffmaterial das nach dem gleichen Prinzip eingesetzt wird: Ionen bestimmter Ladung zu trennen. Nur bindet man hier nicht das Material, welches man im Endprodukt nicht will, sondern meist das REB-A, um dessen Anteil im Süßstoff anzureichern.

Es ist nicht so, dass es zur Gewinnung der Steviolglycoside ein einziges Verfahren / Methode gäbe. Es sind vielmehr verschiedene bekannte einzelne Verfahrensschritte, die man an bestimmten Punkten der Prozessreihe anwendet, oft auch mehrmals. Man schaut, was man bereits für ein Ausgangsmaterial hat -  welches Endprodukt man will, wählt und optimiert dann diese Schritte entsprechend.

 

Wir beziehen unsere Auszüge aus den Blättern (Steviolglycoside)   - am liebsten Rebaudiosid A, weil es am süßesten schmeckt – unter anderem aber nicht ausschließlich von der Firma Med Herbs. Für Privatverzehr ist das aber sicher eine ausgezeichnete Adresse. Die Stevia-Pflanzen werden in Frankreich extrahiert, einfach um dort jederzeit reinschauen zu können, um dann zu sehen, wie die Extraktionsschritte mit welchen Hilfsstoffen ablaufen.  (www.medherbs.de). MedHerbs bietet auch als einer von 3! zugelassenen Anbietern Bio-Steviablätter an.

Wir als Schokoladenhersteller sind Mitglied im Stevia-Netzwerk, das es seit ca. 1 Jahr gibt www.stevia-netzwerk.eu. Wir arbeiten hier an einer Menge Projekte. Es geht zum einen um Öffentlichkeitsarbeit, vor allem die Aufklärung über Stevia, um Lobbyarbeit, um Stevia endlich die adaequate Anerkennung auf dem europäischen Lebensmittelmarkt zu gewähren aber auch um praktische Dinge, wie die Entwicklung von bio-tauglicher Extration von Steviolglycosiden oder Rezepturen für Schokoladen oder Tees mit Stevia gesüßt.

Stevisana bietet 2 Linien Stevia-Schokoladen an. Eine mit 99% Kakao und nur mit Auszügen aus der Steviapflanze (Steviolglycosid) gesüßt. Diese bieten wir an in den Sorten: Pur, Mandel, Cranberry, Orange, Chili und ganz neu Minze und Kaffee.

Die andere Linie, unsere Milden bieten wir an in Zarbitter, Vollmilch und Weisse Schokolade.

Zutaten und Nährwerte unserer Schokoladen haben wir in unserem Shop veröffentlicht unter www.bio-so-süss.de, hier kann man unsere Schokoladen selbstverständlich auch bestellen.

Unsere Zarbitter Stevia Schokoladen sind ohne Zucker oder sonstige Zuckeraustauschstoffe handgeschöpft und somit geeignet für Diabetiker, für ketogene Ernährung und Paleo-Ernährung.

(1)   VERORDNUNG (EU) Nr. 1131/2011 DER KOMMISSION vom 11. November 2011 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Steviolglycosiden. Amtsblatt der Europäischen Union, L 295/205, 12. November 2011.

(2)   EFSA bewertet die Sicherheit von Steviolglycosiden. Webnachricht vom 14 April 2010 der EFSA. Scientific Opinion on the safety of steviol glycosides for the proposed uses as a food additive. EFSA Journal 2010;8(4):1537 (84 Seiten).doi:10.2903/j.efsa.2010.1537.  Böhm Sonja:

Etablierung von in-vitro Methoden zur Bestimmung des endokrinen Potentials von Fremdstoffen (PDF, 2.5 MB)

(Dissertation, Kaiserslautern 2002)

 

Weitere Quellen:

 Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 16. November 2011.

Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Stevia rebaudiana“ im Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen Abgerufen am 16. November 2011.

Venkata Sai Prakash Chaturvedula, John F. Clos, Joshua Rhea, Dennis Milanowski, Ulla Mocek, Grant E. DuBois, Indra Prakash: Minor diterpenoidglycosides from the leaves of Stevia rebaudiana; Phytochemistry Letters, Vol. 4 (3), September 2011, S. 209–212. doi:10.1016/j.phytol.2011.01.002

Takashi Matsukubo, Ichiro Takazoe: Sucrose substitutes and their role in caries prevention. In: International Dental Journal. 56, Nr. 3, 2006, S. 119-130. doi:10.1111/j.1875-595X.2006.tb00083.x. PMID 16826877. Abgerufen am 14. Juli 2013.

Barbara Simonsohn: Stevia. Sündhaft süß und urgesund: Eine Alternative zu Zucker und Süßstoffen. Windpferd, Oberstdorf, ISBN 3-89385310-3.

Medon, P.J. et al.: Safety assessment of some Stevia rebaudiana sweet principles. in. Federation Proceedings, Bd. 41, 1982, S. 1568.

John M. Pezzuto, C.M. Compadre, S.M. Swanson, D. Nanayakkara, A.D. Kinghorn: "Metabolically activated steviol, the aglycone of stevioside, is mutagenic", Proc Natl Acad Sci USA, April 1985, Bd. 82, S. 2478–2482; PMID 3887402; PMC 397582 (freier Volltext, PDF).

BMELV

Entscheidung der EU-Kommission vom 22. Februar 2000

Die Welt vom 6. August 2007

Provisorische Einzelbewilligungen für Steviol-Glycoside gemäß Art. 2 Abs. 1 ZuV durch schweizerisches Bundesamt für Gesundheit (BAG) – PDF-Datei.

FDA-Mitteilung vom 18. Dezember 2008

Pressemitteilung der Universität Stuttgart/Hohenheim vom 15. September 2009

EFSA bewertet die Sicherheit von Steviolglycosiden. Pressemitteilung vom 14. April 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.

Daniel  Sägesser, Migros-Magazin, Nr. 17, 20. April 2009, S. 33: Die Getränkerevolution – Natürlich, süss, kalorienfrei – Stevia (PDF; 102 kB)

 Agro Romania, Comunitatea Agricultorilor – Stevia

Hannoversche Allgemeine Zeitung, Nr. 301 vom 24. Dezember 2012, S. 10.

Miyake, Toshia: "Process for producing a sweetener", US Patent 4219571, August 1980.

 Caroline Hellfritsch, Anne Brockhoff, Frauke Stähler, Wolfgang Meyerhof, Thomas Hofmann: Human Psychometric and Taste Receptor Responses to Steviol Glycosides. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. 60, 2012, S. 6782–6793, doi:10.1021/jf301297n.

Stevia Stevioside and related compounds: Therapeutic benefits beyond sweetness, Varanuj Chatsudthipong, Chatchai Muanprasat: Department of Physiology, Faculty of Science, Mahidol University, Thailand; Pharmacology & Therapeutics 121 (2009) Seite 47; PDF-Datei mit 692 kB und 14 Seiten gestützt auf Melis, M. S., & Sainati, A. R. (1991): Participation of prostaglandins in the effect of stevioside on rat renal function and arterial pressure. Braz J Med Biol Res 24(12),1269−1276.

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Matsui M, Matsui K, Kawasaki Y, et al.: Evaluation of the genotoxicity of stevioside and steviol using six in vitro and one in vivo mutagenicity assays. In: Mutagenesis. 11, Nr. 6, November 1996, S. 573–9. doi:10.1093/mutage/11.6.573. PMID 8962427.

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Geuns JM: Stevioside. In: Phytochemistry. 64, Nr. 5, 2003, S. 913–21. doi:10.1016/S0031-9422(03)00426-6. PMID 14561506.

Brusick DJ: A critical review of the genetic toxicity of steviol and steviol glycosides. In: Food Chem Toxicol. 46, Nr. 7, 2008, S. S83–S91. doi:10.1016/j.fct.2008.05.002. PMID 18556105.

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Oliveira-Filho RM., OA Uehara, CA Minetti and LB Valle: "Chronic administration of aqueous extract of Stevia rebaudiana (Bert.) Bertoni in rats: endocrine effects", General Pharmacology, Bd. 20, 1989, S. 187–191; PMID 2785472.

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Planas GM, Kucacute J.: "Contraceptive Properties of Stevia rebaudiana", Science, 1968 Nov 29; 162(3857), S. 1007–1010; PMID 17744732.

Wasuntarawat C., P Temcharoen, C Toskulkao, P Mungkornkarn, M Suttajit and T Glusukon: "Developmental toxicity of steviol, a metabolite of stevioside, in the hamster", Drug & Chemical Toxicology, 1998, 21, S. 207–222; PMID 9598301.

Diversification for tobacco growing farms by the alternative crop stevia rebaudiana bertoni (DIVAS) Funded under 7th FWP (Seventh Framework Programme)

Perchtoldsdorfer sorgt für die gesunde Süße in der NÖN-Online vom 25. Januar 2012, abgerufen am 29. Januar 2012

Fact Sheet: Steviol glycosides (INS 960). FAO, Final 5.Nov.2008, archiviert vom Original am 31. März 2010, abgerufen am 28. Juli 2013 (PDF-Datei, 4 Seiten, 88 kB, Webarchiv vom 31. März 2010 der eingelagerten Webseite der FAO) (Quelle: Wikipedia)